Es folgen die wichtigsten Themenbereiche jenseits bzw. begleitend zur Kataster-/Hoheitlichen Vermessung. Eine tiefer gehende Untergliederung sprengt den Rahmen einer übersichtlichen Darstellung. Nahezu jede neue Aufgabenstellung kann – trotz vielfach oft standarisierter Vorgehensweise – eine individuelle Lösung erfordern.

Eine weiterführende Beratung, bzw. Erläuterung – speziell für Ihre Aufgabenstellung – können Sie jederzeit gerne detailliert nachfragen.

Amtlicher Lageplan zum Bauantrag nach HBO
Projekt-/Gebäudeabsteckung nach HBO
Entwurfsvermessung als Planungsgrundlage
Baubegleitende Vermessung
Bauüberwachungsvermessung
Beweissicherungsvermessung
Massenberechnungen
Höhenaufnahmen
Bestandsaufnahmen

(HBO: Hessische Bauordnung)
 


Der Lageplan zum Bauantrag nach HBO

Gesetzliche Grundlage
Der amtliche Lageplan ist ein elementarer Bestandteil des Bauantrags. Er ist seit Aufhebung der Hessischen Bauvorlagenverordnung (BauVorlVO) durch die Hessische Bauordnung (HBO) mit Inkrafttreten am 01.10.2002 geregelt. Der Lageplan basiert auf den Daten des Liegenschaftskatasters.
Zweck/Inhalt
Er dient der Bauaufsichtsbehörde zur Beurteilung des Sachverhaltes. Im Lageplan zum Bauantrag wird die Lage- und höhenmäßige Stellung des projektierten Bauvorhabens innerhalb des Grundstücks festgelegt. Neben dem Baugrundstück sind alle Nachbargrundstücke dargestellt. Ein zeitnah durchzuführender Ortsvergleich stellt sicher, dass sämtliche Bauten auf den betroffenen Grundstücken den aktuellen Zustand wiedergeben. Somit können vielfältige Vorgaben sachgemäß überprüft werden (Mindestabstände, Brandschutzvorschriften, etc.). Wenn kein Bebauungsplan besteht, können die Beurteilungskriterien aus der im Lageplan dargestellten Nachbarschaft abgeleitet werden. Art und Maß der baulich zulässigen Nutzung richtet sich danach, wie sich das Projekt in die unmittelbare Umgebung einfügt.
Der Lageplan besteht aus dem Titelblatt, dem Eigentümerverzeichnis und dem zeichnerischen Teil, der auf der Liegenschaftskarte basiert. Durch einen Ortsvergleich überprüft der ÖbVI, ob die Gebäude, die auf dem Antrags- und den Nachbargrundstücken vorhanden sind, auch in der Liegenschaftskarte dargestellt sind. Im Liegenschaftskataster nicht nachgewiesene Bauten, Gebäude/-teile werden auf Kosten der jeweiligen Eigentümer eingemessen und im Kataster aktualisiert. Alle Vermessungsstellen haben hierfür das Recht, die betroffenen Grundstücke zu betreten. Dargestellt werden Nutzungsart, Geschoßzahl und Dachform bei Gebäuden; ggf. wichtige Topographie (z. B. Straßenverlauf, -armaturen: Kanaldeckel, Wasserschieber, Laternen, Baumbestand etc.) Je nach Bedarf werden zusätzlich Gelände-, First- und Traufhöhen erfasst und dargestellt, falls die zuständige Bauaufsichtsbehörde es verlangt. Nach Vorgaben der Planer (i.d.R. Architekten) wird auf Wunsch – falls diese es nicht selbst vornehmen – das projektierte Vorhaben eingetragen.
Kosten
Die Gebühren für die Anfertigung von Lageplänen richten sich für die Vermessungsstellen im Land Hessen traditionell nach der Verwaltungskostenordnung in der jeweils gültigen Fassung. Seit Anfang 2005 befindet sich diese Abrechungsvorgabe auf dem Prüfstand des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL), sodass zurzeit die Gebühren i.d.R. nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) erhoben werden. Ein wichtiger Parameter ist der voraussichtliche Verkehrswert (Rohbausumme); etwaige Mehrausfertigungen werden zusätzlich pauschaliert abgerechnet, sodass der Lageplan prinzipiell unabhängig von der erstellenden Stelle (AfB oder ÖbVI) die gleiche Gebühr nach sich zieht. Lediglich Sonderleistungen, wie die örtlichen Arbeiten, Projekteinrechnung/-eintrag, Höhen-/weiterführende Topographiepläne etc. werden nach Zeitaufwand abgerechnet.



Projekt-/Gebäudeabsteckung

 

 

 

 



Gesetzliche Grundlage
Die Hessische Bauordnung (HBO) regelt in § 65 (2) die Absteckungspflicht vor Baubeginn.
Ablauf
Das projektierte Bauvorhaben wird seiner Lage und Höhe nach gemäß den genehmigten Einträgen in den Lageplan hierbei in die Örtlichkeit übertragen. Entweder direkt in die Baugrube oder auf das i.d.R. durch die ausführende Baufirma zu erstellende Schnurgerüst. Durch Ausstellung der Absteckbescheinigung ist sichergestellt, dass das Projekt gemäß der Planung und den entsprechenden Vorgaben der zuständigen Bauaufsichtsbehörde errichtet werden kann.
Kosten
Die Kosten richteten sich noch bis Anfang 2005 nach der Verwaltungskostenordnung in der jeweils gültigen Fassung. Analog zur Berechnung der Lagepläne ist diese Abrechungspraxis ebenfalls in der Überarbeitung, sodass zurzeit die Gebühren i.d.R. nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) erhoben werden. Der Rohbaukostenwert ist der maßgebliche Eingangsparameter für die Grundgebühr. Hierin ist bereits der Zeitaufwand des ÖbVI sowie die häusliche Bearbeitung/Prüfung und Ausstellung der Absteckungsbescheinigung enthalten. Nach Zeitaufwand sind lediglich die Kosten der Vermessungsassistenten zu ermitteln. Hinzu kommen Gebühren für die Vermessungsunterlagen. Werden bei der Absteckung Grenzpunkte auf Wunsch ggf. neu abgemarkt, so sind diese lediglich mit nur 30 % der Kosten abzurechnen, die bei einer gesonderten Grenzfeststellung entstehen würden.